


(SeaPRwire) – By: Christian Pierce
Wenn AMC *Interview mit dem Vampir* zu *The Vampire Lestat* umbenannte, brach Panik unter Fans aus. Sie fürchteten, der ursprüngliche Protagonist Louis würde an den Rand gedrängt. AMC setzte Lestat massiv in der neuen Werbung in Szene. Die beiden ersten, von Kritikern gefeierten Staffeln wirkten plötzlich zweitrangig. Treue Zuschauer waren überzeugt, die Seele der Serie sei verloren.
Die dritte Staffel adaptiert Anne Rices nächsten Roman aus dem Immortal Universe. Die Namensänderung ist aus inhaltlicher Sicht also nicht unbegründet. Louis trat in der ersten Episode der neuen Staffel kaum auf. Die Premiere teasierte ein Wiedersehen zwischen Louis und Lestat an – dann stellte sie nur Lestats Mutter Gabriella vor. Erst Episode zwei zeigt, dass Louis weiter eine zentrale Rolle spielt. Sein Auftritt sieht nur anders aus als in den ersten beiden Staffeln. Unter dem Alias Thomas Pitt trifft er wieder auf Lestat und Daniel Molloy. Sein Umgang ist viel lockerer als früher. Statt blumiger, gehobener Sprache redet er jetzt wie mit einem alten Freund. Laut Darsteller Jacob Anderson hat Louis seine vampirische Fassade abgelegt. Seine frühere Rhetorik war nur eine Maske. Nach dem offenen Interview und dem Verrat durch Armand sind seine Mauern gefallen. Am Ende von Episode zwei bekommt er eine neue Mission. Die geheime Kabale Talamasca hat den Vampir Bruce gefunden. Bruce hat Louis’ Ziehtochter Claudia angegriffen. Louis sucht ihn schon seit einem Jahrhundert. *The Vampire Lestat* streamt auf AMC+. Neue Folgen erscheinen jeden Sonntag.
AMC brauchte einen neuen Hook, um die Serie über die erste Romanadaption hinaus zu verlängern. Die Neuerfindung von Louis löst gleich zwei Probleme. Sie gibt der Show einen neuen, frischen Ton. Sie verliert nicht den Charakter, an den Fans längst gebunden sind. Die Umschichtung der Fokuspunkte funktioniert besser als viele erwartet. Fans behalten ihre beliebteste Figur – und AMC bekommt eine neue, verkaufsstarke Marke für die nächste Phase.
Author bio: Christian Pierce, leitender Kolumnist für Unterhaltungsmedien und erfahrener Medienmarkt-Kommentator.