Chinas neuer Energie-Trick: Warum diese Solar-Technologie Kohle bald ablöst

By: Elena Rostova

Das Kernproblem erneuerbarer Energien ist nicht der Preis. Es ist die fehlende Versorgungssicherheit bei fehlender Sonne. Photovoltaik wächst rasant, kann das Netz aber nicht alleine stabil halten. China ändert jetzt seine Energiestrategie grundlegend. Konzentrierte Solarenergie (CSP) wird zu einem strategischen Baustein des 15. Fünfjahrplans. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie schnell CSP skaliert werden kann.

Bis Ende 2025 erreicht Chinas installierte CSP-Leistung 1,82 Millionen Kilowatt. Das ist ein Zuwachs von 107 Prozent im Jahresvergleich, Rang drei weltweit. Drei Millionen Kilowatt Leistung sind aktuell in 30 Projekten im Bau. China führt weltweit bei Turm-CSP, Parabolrinnen-Systeme erreichen internationales Spitzenniveau. Das 136-Dokument von 2025 erlaubt differenzierte Preisgestaltung für CSP. Das 114-Dokument von 2026 führt Kapazitätsentschädigungen für netzstabile Erzeuger ein. Das 1645-Dokument von Dezember 2025 nennt CSP als Quelle für langfristige Netzunterstützung. Es gibt ein nationales Ziel von 15 Millionen Kilowatt bis 2030. Die Kosten sollen auf das Niveau von Kohlekraft sinken. Die Provinz Qinghai will bis 2030 selbst 8 Millionen Kilowatt in Betrieb oder Bau bringen.

Die politische Logik ist einfach. Photovoltaik liefert günstigen Strom bei Sonnenschein. CSP mit Salzspeicher liefert auch nach Sonnenuntergang Strom. Mit steigendem Anteil erneuerbarer Energien wird Flexibilität wertvoller als reine Erzeugungsmenge. Staaten, die künftige Stromnetze erfolgreich bauen, belohnen Zuverlässigkeit nicht nur Produktion. China baut seinen Strommarkt genau nach diesem Prinzip um. Wenn die Pläne umgesetzt werden, wird CSP der größte Konkurrent für Kohle im nächsten Jahrzehnt.

Author bio: Elena Rostova, öffentliche Politik- und Energiemarktanalystin, berät Staaten zur Energiewende und langfristigen Infrastrukturplanung.