Netflix hat gerade leise den besten Sci-Fi-Western des Jahrhunderts hinzugefügt

Universal Pictures

(SeaPRwire) –   Die anhaltende kulturelle Dominanz des Superheldenfilms, die nun seit über zwei Jahrzehnten andauert, lässt sich nur mit einem Trend in der Hollywood-Geschichte vergleichen: der Vorherrschaft des Western. Ein langjähriges Genre, das gelegentlich eine moderne dekonstruktivistische oder revisionistische Variante erhält (wie Django Unchained oder Logan), erreichte seinen Höhepunkt von den 1940er- bis in die „60er-Jahre“.

Der Geist des amerikanischen Westerns ist untrennbar mit den Werten verbunden, die einhunderte Jahre zuvor Manifest Destiny befeuert hatten — dass Amerika eine vorbestimmte Erbschaft sei und sein wildes Landschaften in eine Heimat verwandelt werden müsse. Filme wie The Searchers, Shane und The Last Wagon zeigen den Kampf darum, Wurzeln in Amerika zu schlagen, während man mit der Wildnis, Banditen und veralteten Darstellungen indigener Völker als unwirtlicher Bestien konfrontiert wird.

Der amerikanische Western ist im Grunde genommen ein kollektives nationalistisches Narrativ, ein bewusster Versuch, die turbulenten Geschichten der amerikanischen Siedlung zu einer triumphalen und noblen Geschichte umzuformulieren. Manifest Destiny stand für indigene Ausrottung, und selbst der beliebte Cowboy-Archetyp ist eine weißgefärbte Version der Erbe der Schwarzen Cowboys, von Rinderhirten, die bis zu 25 % der Teilnehmer an Rinderzügen ausmachten. Der Western war der Ursprungsort einer totalen kulturellen Neuinterpretation dessen, was die Siedlung von Amerika bedeutet hatte – aber vor vier Jahren brachte einer der jüngsten Wunderkinder des Horror-Genres einen Film heraus, der den Western nicht nur als Instrument zur Wiedergutmachung von Amerikanische Geschichte, sondern auch von Hollywood-Geschichte neu definierte.

Jordan Peeleys Nope, der gerade auf Netflix erschienen ist, trägt offensichtlich die Linie des Westerns an sich, vom Setting von Agua Dulce bis hin zu den Pferdehirten als Hauptfiguren. Aber es gehört auch zu einer langjährigen Hollywood-Obsession: UFOs und Außerirdische. Der Vergleich zu Spielberg folgte Peele seiner gesamten Karriere, findet aber besonders im Film Nope ihren Höhepunkt, in dem Geschwister und Hollywood-Pferdehandler Emerald (Keke Palmer) und OJ Haywood (Daniel Kaluuya) versuchen, photographische Beweise von UFO-Aktivität zu dokumentieren, um ihre Familiengüterfarm nicht unterzulassen. Obwohl der fliegende Untertasse in Nope viel blutiger ist als die Aliens in Close Encounters of the Third Kind, teilen sie trotzdem eine thematische Verbindung – der Außerirdische als Fenster zum Unbekannten, eine Mahnung daran, dass es außerhalb noch unerwartete Wunder gibt.

Eine der Dinge, die Jordan Peeleys dritter Film so gut versteht, ist die Geschichte des Westerns als Ort der amerikanischen Ausbeutung. Im 19. Jahrhundert wurde der amerikanische Büffel von Siedlern bis nahezu zur Ausrottung gejagt; Nope zeigt keine Bisons, aber dieser Zug der Tierausbeutung läuft durch den Film hindurch, insbesondere in den Flashback-Sequenzen zur TV-Serie Gordy’s Home, einer fiktiven „90er“-Sitcom mit einem Schimpanse als Hauptdarsteller, der traumatisch viele Mitspieler und Crewmitglieder ermordete, nachdem er von Geburtstagsballons provoziert worden war. Das Ereignis traumatisiert eines der jungen Kinderakteure der Show, Ricky „Jupe“ Park (Steven Yeun), der letztlich versucht, diesen Kreislauf zu replizieren, indem er Pferde dem UFO anbietet, um es zu zähmen. Unbewusst, dass das UFO eigentlich ein sinnlicher außerirdischer Kreatur (liebevoll Jean Jacket genannt) ist, die sich wie ein Tier verhält und nicht gerade freudig auf Versuche reagiert, ihn zu brechen.

Jupe’s Versuche, Jean Jacket zu zähmen, können als Verlängerung der tief in der amerikanischen Seele verwurzelten Lust angesehen werden, das Unverständliche zu kontrollieren. | Universal Pictures

Die Ausbeutung, die Westerns weitgehend ignorierte, betraf nicht nur Tiere – das Erbe des Schwarzen Cowboys ist von Vernachlässigung begleitet, und Peele verknüpft diese mit der Vernachlässigung von Schwarzen Arbeitern und Handwerkern in Hollywood. OJ und Em sind Nachkommen des unbenannten Jockeys in dem Muybridge-Video, einem kurzen Clips eines Mannes, der an einem Pferd sitzt, der als eine der ersten beweglichen Bilder gilt. Die Tatsache, dass die Identität des Jockeys im Laufe der Zeit verloren gegangen ist, spiegelt unzählige nicht-whitige Beiträge zur Hollywood-Geschichte wider, was OJs und Ems Suche eine Art unausgesprochenes seismisches Gewicht verleiht – eine Unternehmung, die nicht nur die Familiengüterfarm retten, sondern auch schwarze Menschen als Pioniere der Kamera wiederherstellen wird, um das Unfassbare zu fesseln.

Ein wiederkehrender Gedanke in Nope ist der Wunsch, den „Unmöglichen Shot“ zu machen, etwas so Unglaubliches, dass es unrealistisch erscheint. Innerhalb des Films ist dieses Ziel untrennbar mit der Linie des amerikanischen Westerns verbunden. Entfernt aus dem politischen und historischen Kontext, der das Genre definiert, geht es im Wesentlichen darum, nach einem Zuhause zu suchen, einen Ort, den man seiner eigenen zugehörig fühlen kann.

Für Em und OJ würde die Fotografie von Jean Jacket bedeuten, Haywood Horses zu retten, die Lebensarbeit ihres Vaters und ihren engsten Bezug zu ihm nach seinem vorzeitigen Tod. Trotz seiner Vielfalt an Genres – Sci-Fi, Horror, Western – liegt das Herz von Nope darin, die Geschichte des Westerns als Genre zu versöhnen, das einige der dunkelsten Aspekte der amerikanischen Geschichte saniert, während es gleichzeitig der tief menschlichen Sehnsucht nach einem Ort zuschreibt, an dem man angehört.

Nope ist jetzt auf Netflix zu streamen.

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