(SeaPRwire) –

By: Logan Pierce

Die Ankündigung ist ein klassisches Hollywood-Recycling. Ein Star, der in einem gescheiterten Franchise verbrannt wurde, bekommt eine zweite Chance in einer anderen, ebenso abgegriffenen IP. Hugh Jackmans Blackbeard in „Pan“ (2015) war ein kollektiver Gedächtnisverlust für Fans. Jetzt steigt er für Ridley Scott als Long John Silver wieder in die Enterhaken. Es ist weniger eine kreative Entscheidung. Es ist eine geschäftliche Notwendigkeit, einen Markenwert zu retten, bevor er vollends versinkt.
[Offizielle Ankündigungsfakten]: Laut „Deadline“ hat Hugh Jackman sich Ridley Scotts neuem Projekt angeschlossen. Das Drehbuch stammt von Jack Thorne („Adolescence“, „Lord of the Flies“). Es handelt sich um eine „neue Interpretation“ von Robert Louis Stevensons „Die Schatzinsel“. Jackman spielt den berüchtigten Piraten Long John Silver. Die Geschichte folgt der Rivalität zwischen Silver und dem jungen Jim Hawkins um einen legendären Schatz. Scott und Thorne wollen die Perspektive auf Silver verlagern. Sie streben eine dunklere Lesart an, ähnlich der Serie „Black Sails“.
[Wahre kommerzielle Absichten]: Dies ist kein einfacher Prestige-Film. Es ist ein verzweifelter Versuch, eine völlig überstrapazierte Story zu monetarisieren. „Die Schatzinsel“ ist längst kein eigenständiger Klassiker mehr. Sie ist eine bloße Referenz. Die Muppets adaptierten sie. „Star Wars: Skeleton Crew“ lieh sich ihr Grundgerüst. Der eigentliche kommerzielle Plan ist klar. Man setzt auf die kombinierte Markenmacht von Ridley Scott (Epik) und Hugh Jackman (Charisma). Man hofft, das Publikum mit einem düsteren, erwachsenen Ton à la „Black Sails“ zu ködern. Das Ziel ist nicht die Neuentdeckung des Romans. Das Ziel ist die Schaffung eines neuen, vermarktbaren Franchise-Kerns aus altem Material.
Die Kalkulation ist riskant. Das Publikum für „ernste“ Piratenabenteuer ist nach „Black Sails“ klein und anspruchsvoll. Die breite Masse kennt die Geschichte nur noch als „Treasure Planet“ oder Muppet-Gag. Scotts Ruf als Handwerker ist unbestritten, aber sein jüngster Output schwankt. Jackman muss beweisen, dass er mehr kann als 2015 in „Pan“. Die eigentliche Transaktion hier ist kein kreativer. Es ist ein Reputations-Tausch. Scott leiht dem Projekt seinen handwerklichen Glanz. Jackman steuert seinen letzten Versuch bei, das Piraten-Genre zu beherrschen. Im Gegenzug hoffen die Studios auf einen überraschenden Kassenschlager in einem übersättigten Markt.
Die Branche beobachtet dies genau. Sollte das Projekt scheitern, wird es zwei Signale senden. Erstens: Selbst die Kombination aus A-Regisseur und A-Star kann eine derart abgenutzte IP nicht mehr beleben. Zweitens: Die Ära der „dunklen Neuerfindungen“ klassischer Kinderabenteuer ist endgültig vorbei. Erfolgreiche Konkurrenten werden ihre eigenen Remake-Pläne für ähnliche Stoffe sofort überdenken. Die Supply Chain für klassische Literatur-Adaptionen würde sich weiter verengen. Man würde sich stattdessen auf völlig neue, unbekannte IPs oder sicherere Superhelden konzentrieren.
Das Projekt hat noch kein Veröffentlichungsdatum. Sein kommerzieller Kurs ist jedoch bereits vorgezeichnet. Es wird entweder ein überraschender Hit, der das Genre für ein weiteres Jahrzehnt neu definiert. Oder es wird der letzte Nagel im Sarg für großbudgetierte Piratenepik außerhalb von „Fluch der Karibik“. Die Wetten sind platziert.
Author bio: Logan Pierce, ein unabhängiger Business-Researcher und Corporate-Governance-Autor auf Medium, der sich auf Transaktionslogik und Marktdynamiken im Unterhaltungssektor spezialisiert hat.