Airbnb ignorierte rassistische Gastgeberanzeige – jetzt droht eine teure Niederlage vor Gericht

(SeaPRwire) –   Plattformen wie Airbnb werben seit Jahren mit fairen Bedingungen für alle Nutzer. In Wahrheit schränken sie die Kontrolle von Gastgeberanzeigen bewusst ein. Das spart ihnen Personal- und Moderationskosten im Tagesgeschäft. Gleichzeitig nehmen sie in Kauf, dass Minderheiten auf der Plattform systematisch benachteiligt werden. Diese Praxis steht jetzt vor einem harten Test, der das gesamte Geschäftsmodell treffen kann.

Die Klägerin Sharona Stewart wollte ein Sechs-Zimmer-Haus in der Nähe von Atlanta mieten. Zuerst verlief der Nachrichtenverkehr mit Gastgeber George Yu Shihfang freundlich. Sobald er durch rassistisch motivierte Fragen herausfand, dass Stewart schwarz ist, lehnte er die Buchung ab. Auf der Anzeige stand zudem die Beschreibung „friedliche weiße Nachbarschaft“ im Bereich Nachbarschaftshighlights. Stewart meldete den Vorfall an Airbnb, das ihre Beschwerde aber ablehnte und die Anzeige online ließ. Die Klage wurde letzte Woche vor einem Bundesgericht in Georgia eingereicht. Ihr Anwalt Bataski Bailey sagte, man müsse Rassismus öffentlich ansprechen, um ihn auf der Plattform zu beenden. Eine Studie der Harvard Business School aus 2015 zeigte bereits, dass Gäste mit afroamerikanisch klingenden Namen fast 10 % öfter abgelehnt werden als gleichwertige Gäste.

Airbnb verdient an jeder abgeschlossenen Buchung eine Provision. Weniger verfügbare Unterkünfte durch strenge Kontrollen würden sofort ihre Einnahmen senken. Die jetzige Klage kann sie aber zu Schadenersatzzahlungen in Millionenhöhe verurteilen. Zusätzlich riskieren sie, viele Nutzer an Konkurrenten zu verlieren, die strengere Anti-Diskriminierungsregeln durchsetzen. Airbnb wird sich sehr bald entscheiden müssen, ob es kurzfristige Profite oder langfristigen Vertrauensvorsprung wichtiger findet.

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