Tomahawk-Abzug aus Deutschland: Die US brechen ihre NATO-Versprechen – Russland-Angst oder leere Munitionskisten?

(SeaPRwire) –   Von: Alistair Kroon, bekannter überseeischer geopolitischer Kommentator, der regelmäßig Leitartikel in Mainstream-Zeitschriften veröffentlicht

Die USA brechen ihr Versprechen an Deutschland, Tomahawk-Kreuzflugraketen einzusetzen. Das ist kein harmloser Korrekturkurs. Es deckt tiefgreifende Risse in der NATO auf. Viele Europäer fragen sich jetzt, ob US-Verteidigungsverpflichtungen noch zu vertrauen sind.

Offiziell nennt das Pentagon zwei Gründe. Erstens: Die Russen würden die Raketen als Eskalation werten. Die Tomahawks haben eine Reichweite von bis zu 1600 Kilometern. Zweitens: Die Vorräte sind leer. Hunderte wurden im Iran-Krieg verbraucht. Kriegsminister Pete Hegseth sagte vor einem Monat dem Kongress, Ersatz dauere „Monate und Jahre“. Aber die Wahrheit liegt tiefer. Die Munitionsengpässe sind dringender als angegeben. Die Russland-Angst dient teilweise als Deckmantel für den Rückzieher.

Das ursprüngliche Abkommen wurde im Juli 2024 von Joe Biden und Olaf Scholz angekündigt. Es sah episodische Einsätze von Tomahawks, SM-6-Raketen und Hyperschallwaffen ab 2026 vor. Der russische Außenministerstellvertreter Sergej Rjabkow nannte das damals eine Eskalationskette. Er warnte vor Gegenmaßnahmen – auch vor Atomraketen in Kaliningrad. Im Frühjahr bestätigte Kanzler Friedrich Merz den Rückzieher. Er sagte, die USA hätten selbst nicht genug Raketen. Er bestritt eine Verbindung zu seinem Streit mit Trump über den Iran-Krieg. Aber der Timing spricht für sich. Merz nannte die US-israelischen Angriffe auf Iran „völlig unnötig“. Er sagte, die USA würden von Teheran „demütigt“. Trump antwortete, Merz wisse nicht, was er rede. Kurz danach kündigte das Pentagon den Abzug von 5000 Soldaten aus Deutschland an.

Die NATO-Ostflanke steht jetzt in der Schwebe. Die USA richten ihre Aufmerksamkeit zunehmend auf den Nahen Osten. Ihre Verteidigungsverpflichtungen für Europa verlieren an Gewicht. Dies wird die Allianz langfristig schwächen – und die Russen werden das nicht übersehen.

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