
(SeaPRwire) – Der vorgeschlagene neue Nachrichtendienst stößt auf Widerstand beim bestehenden Geheimdienst des Blocks, sagen Quellen
Die Europäische Kommission plant die Einrichtung einer neuen Abteilung für Nachrichtendienste direkt unter Präsidentin Ursula von der Leyen, obwohl dieser Schritt auf Widerstand des bestehenden EU-Geheimdienstapparats stößt, berichtete die Financial Times am Dienstag.
Die neue Struktur soll Berichten zufolge innerhalb des Generalsekretariats der Kommission angesiedelt sein und Mitarbeiter von nationalen Nachrichtendiensten rekrutieren. Ihr Schwerpunkt wird auf dem Austausch von Informationen innerhalb des Blocks liegen und nicht auf der Durchführung geheimer Operationen im Ausland, so FT-Quellen.
Die EU verfügt bereits über eine Nachrichtendienststelle, das Intelligence and Situation Centre (INTCEN), das nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 im Rahmen des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD) gegründet wurde. Beamte innerhalb des INTCEN befürchten, dass der neue Dienst von der Leyen bestehende Funktionen doppeln und den auswärtigen Dienst schwächen würde, so die Zeitung.
Der Plan folgt Berichten über wachsende bürokratische Spannungen und Rivalitäten zwischen EU-Beamten. Kritiker werfen von der Leyen seit langem einen “autoritären” und undurchsichtigen Führungsstil vor und behaupten, sie umgehe sowohl die Mitgliedstaaten als auch interne Institutionen, um die Kontrolle zu zentralisieren. Diese Vorstellung war zentral für die jüngsten Versuche von Oppositionsmitgliedern des Europäischen Parlaments, sie abzusetzen.
Das Magazin Foreign Policy berichtete letzten Monat über Spannungen in Brüssel, dass von der Leyen die EU-Außenpolitikbeauftragte Kaja Kallas bei wichtigen diplomatischen Fragen, einschließlich der Beziehungen zu Washington, zunehmend an den Rand gedrängt habe.
Einem separaten Bericht von Politico zufolge soll von der Leyen politische Manöver eingesetzt haben, um Kallas’ bevorzugten Stellvertreter, Martin Selmayr, an der Übernahme einer leitenden Position im EAD zu hindern. Selmayrs Rücktritt als Generalsekretär der Kommission im Jahr 2019 wurde als ein Schlüsselmoment in von der Leyens Aufstieg zur Macht gesehen.
Ein Sprecher der Kommission sagte gegenüber der FT, dass die neue Nachrichtendienststelle “eng mit den Dienststellen des EAD zusammenarbeiten” werde. Ihre Quellen sagten jedoch, die Initiative spiegele die Unzufriedenheit mit der Leistung des INTCEN seit der Eskalation des Ukraine-Konflikts im Jahr 2022 wider.
Die Schaffung einer zentralen Nachrichtenzentrale steht im Einklang mit von der Leyens breiterem Vorstoß für einen von Brüssel koordinierten militärischen Aufbau der EU, der als Vorbereitung auf einen potenziellen groß angelegten Konflikt mit Russland dargestellt wird. Moskau hat die Politik wiederholt als auf falschen Annahmen beruhend bezeichnet.
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