
Eine groß angelegte Untersuchung in Chile hat 910 Beamte entdeckt, die Casinospiele gespielt haben, obwohl das Gesetz dies eindeutig untersagte. Diese Enthüllung wurde in einem Bericht der Contraloría General de la República (CGR) mit dem Titel „Twentieth Consolidated Circularized Information Report“ bereitgestellt.
Der Vorfall kam ans Licht, als Behörden eine Gegenprüfung der Daten öffentlicher Bediensteter durchführten, die von der Superintendencia de Casinos de Juego bereitgestellt wurden. Diese Gegenprüfung enthüllte letztendlich ein vom nationalen Recht untersagtes Glücksspielverhalten.
Der Bericht gab an, dass diese Beamten zwischen Januar 2024 und Juni 2025 Wetten im Gesamtwert von über 11,49 Milliarden chilenischen Pesos abgeschlossen haben. Die gesetzlichen Bestimmungen Chiles sind in dieser Angelegenheit sehr eindeutig.
Gemäß Gesetz 19.995, Artikel 10 (B):
Personen, die aufgrund ihrer Position für die Verwaltung oder Bewahrung öffentlicher Gelder verantwortlich sind, dürfen weder direkt noch über Dritte, unter keinen Umständen, an irgendeiner Form von Wetten in Glücksspielen teilnehmen, die in Casinos durchgeführt werden.
Die Begründung für diese Einschränkung ist ebenfalls klar dargelegt:
Der Grund für dieses Verbot ist der Schutz kollektiver Ressourcen und die Verhinderung, dass Personen mit solchen Verantwortlichkeiten Umgebungen ausgesetzt werden, die ihre Pflichten beeinträchtigen könnten.
Analysen zeigten auch, dass die Mehrheit der Wettaktivitäten von einer relativ kleinen Gruppe durchgeführt wurden. Von den 910 verfolgten Beamten entfielen auf 181 Personen 96,8 % der Gesamtwetten, die über 11,118 Milliarden Pesos betrugen.
Darüber hinaus setzten nur 20 Personen kombinierte Wetten in Höhe von 5,392 Milliarden Pesos. Unter diesen High Rollern befand sich ein Offizier der chilenischen Luftwaffe, von dem man glaubt, dass er Wetten im Gesamtwert von 1,04 Milliarden Pesos platziert hat. Die Höhe dieser Transaktion hat Bedenken hervorgerufen, dass neben den festgestellten reinen Verwaltungsverstößen möglicherweise auch kriminelle Elemente im Spiel sein könnten.
Die CGR erklärte:
Das Ausmaß der von den Personen mit dem höchsten Wetteinsatz platzierten Wetten deutet darauf hin, dass Straftaten begangen worden sein könnten.
In Reaktion darauf hat die Behörde beschlossen, tiefer zu graben und die Staatsanwaltschaft sowie den Staatsverteidigungsrat um ihre Meinung gebeten, ob sie Strafverfahren einleiten sollten.
Außerdem wurden 371 öffentliche Stellen, die mit den untersuchten Personen in Verbindung stehen, formell informiert. Einige von ihnen sind die nationale Polizei, die Untersuchungspolizei der Luftwaffenkasse und verschiedene Stadtverwaltungen.
Die CGR wies an:
Diese Einheiten müssen alle Zweifel hinsichtlich des Verhaltens der untersuchten Personen klären und die entsprechenden Sanktionen, einschließlich der Entlassung, verhängen.
Darüber hinaus wurde die Liste dieser 910 Beamten auch an die Superintendencia de Casinos de Juego weitergeleitet, wodurch die Aufsichtsbehörde in der Lage ist, andere Aufsichts- oder Durchsetzungsmaßnahmen durchzuführen, falls sie dies für notwendig erachtet.
Dieser Vorfall wirft einen Schlaglicht auf die Herausforderungen, denen Behörden bei der Durchsetzung von Glücksspielverboten für Beamte begegnen. Darüber hinaus kann er sehr erhebliche Auswirkungen auf die Governance und Rechenschaftspflicht im öffentlichen Sektor in Chile haben.