
Die Promotionsveranstaltung der Prädiktionsplattform Polymarket in Washington, D.C., wurde am Freitag stark durch einen technischen Fehler gestört, der verhindert hat, dass der Veranstaltungsort wie geplant funktionierte.
Der Pop-up-Standort, der als modernste Umgebung mit über 80 Bildschirmen, Live-Tracking-Tools und Echtzeit-Anzeige von Vorhersagedaten beworben wurde, konnte leider keine dieser Funktionen anbieten, da die Systeme aufgrund von Strom- und Verbindungsproblemen ausfielen.
Die Anzeigebildschirme wurden die gesamte Zeit nicht eingeschaltet, was es dem Publikum unmöglich machte, Social-Media-Feeds, Marktdaten oder Live-Updates zu sehen – Inhalte, die normalerweise das Erlebnis ausmachen würden. Trotz der Probleme zog die Veranstaltung eine ordentliche Menge an Menschen an. Zu den Besuchern gehörten Journalisten, Investoren, Unternehmensleiter, Auftragnehmer und normale Mitglieder der Öffentlichkeit. Einige der Teilnehmer kannten die Polymarket-Plattform überhaupt nicht und hatten damit die Gelegenheit, sie kennenzulernen – doch der technische Ausfall hat ihnen diese Erfahrung verwehrt.
Ein Teilnehmer sagte:
Ich bin hier, weil ich das Konzept mag. Aber ich denke, das Unternehmen ist räuberisch. Alles wird in Flammen aufgehen.
Andere sprachen darüber, wie der Zugang zu spezifischen Informationen Wettsysteme formen kann.
Ein anderer Teilnehmer sagte:
Manchmal mache ich Vorhersagen über diejenigen, die auf den Oscars erscheinen werden. Ich habe einen Mann, der weiß, wer dort sein wird.
Die Aktivierung in Washington war nur ein Element der umfangreicheren Bemühungen von Polymarket und ihrem Konkurrenten Kalshi, ihre digitalen Prädiktionsplattformen in die physische Welt zu bringen. Anfang des Jahres beschlossen die beiden Unternehmen gemeinsam, Pop-up-Öffentlichkeitsräume in New York City zu eröffnen, wo sie unter anderem Lebensmittel über Supermarkt-ähnliche Stände verteilt haben.
Mit dem Wachstum der Prädiktionsmärkte wachsen auch ihre regulatorischen Risiken. In dieser Woche haben Senator Chris Murphy und Repräsentant Greg Casar einen Gesetzentwurf eingebracht, der unter anderem Verträge zu sensiblen Themen wie Krieg, Terrorismus, Attentaten und einigen Regierungsentscheidungen illegal machen würde.
Diesem Vorschlag gingen die Entstehung von sehr hochwertigen Trades voraus, die mit geopolitischen Ereignissen in Verbindung gebracht wurden – darunter Vorhersagen eines US-Angriffs vor dem 28. Februar. Es wird angenommen, dass eine der betroffenen Personen mehr als 500.000 US-Dollar durch die erfolgreiche Vorhersage verdient hat, während die andere aus einem unterschiedlichen Ergebnis 123.317 US-Dollar machte.
Murphy sagte:
Es gibt keine Umgehung der Tatsache, dass jeder Prädiktionsmarkt, in dem jemand das Ergebnis einer Wette kennt oder steuert, reif für Korruption ist. Noch schlimmer: Prädiktionsmärkte sind auch ein Weg, wie Regierungsentscheidungen von denen beeinflusst werden, die davon profitieren – und das sollte der amerikanischen Öffentlichkeit unverzeihlich sein.
Andere Nutzer hielten diese Ängste nicht für so ernsthaft. Einige demonstrierten sogar, wie locker sie die Seite nutzen. Beispielsweise erzählte der Georgetown-Student EJ Jazzar, dass er oft kleine Wetten abgibt – einmal hat er sogar auf das Wetter gewettet und 50 US-Dollar gewonnen.
Jazzar sagte:
Letzte Woche habe ich auf das Wetter gewettet, weil ich wusste, dass es kalt werden würde. Ich denke, es geht darum, seine Stärken zu kennen und ein bisschen mehr über seine Fachkenntnisse Bescheid zu wissen. Spaß haben ist heutzutage nicht illegal.
Die Versammlung in Washington wurde um das Konzept des „Situation-Bewachens“ organisiert – ein Begriff, der im Internet oft für die Live-Verfolgung von Ereignissen verwendet wird. Obwohl die Systeme ausfielen, kamen die Menschen weiter, bis der Veranstaltungsort vorzeitig um 21 Uhr geschlossen wurde.
Als die Teilnehmer zu gehen begannen, fasste einer das Erlebnis zusammen und sagte:
Ich wollte die Situation überwachen, Alter.