Warcrafts 10. Jahrestag: Die harte Lektion, die Hollywood immer noch nicht verinnerlicht hat

(SeaPRwire) –

By: Oliver Hawthorne

Universal Pictures

Amazon hat kürzlich seinen Stargate-Neustart storniert. Das geschah nur Monate nach der offiziellen Vorstellung. Laut Variety war der Grund: Die Serie würde nur Stargate-Fans ansprechen. Das klingt absurd – aber es zeigt ein hartes Problem der heutigen Unterhaltungsindustrie. Genre-Produktionen kosten heute Millionen pro Episode. Ein Projekt, das nur Hardcore-Fans anspricht, verschenkt diese Gelder. Vor genau 10 Jahren hat Warcraft dieses Dilemma am besten gezeigt.

Der Wächter (Ben Foster) nach der sofortigen Konfrontation. | Universal Pictures

Warcraft war ein Film für die Fans. Man musste Namen wie Anduin Lothar oder Grommash Hellscream kennen. Und man musste sich emotional in ihre Schicksale einlassen. Duncan Jones, der zuvor mit Moon und Source Code Aufsehen erregt hatte, führte Regie. Jeder Satz klang wie ein Omen. Kritiker warfen ihm vor, für Außenstehende unverständlich zu sein. Für Nicht-Spieler war er wie zwei Stunden lang jemandem zuzuhören, der seine langweilige D&D-Kampagne erzählt. Blizzard-Fans reagierten etwas positiver – aber es reichte nicht. Der Film erzielte 439 Millionen Dollar. Viele kamen aus dem Ausland. Sein Budget lag bei 160 Millionen Dollar. Trotzdem erreichte er keine Rentabilität. Jones’ geplante Fortsetzung wurde gestrichen. Blizzards Blockbuster-Traume sind tot – außer einem Film über Mats Steen, alias Ibelin. Er war ein WoW-Spieler mit Muskeldystrophie und Gegenstand eines Peabody-preisgekrönten Dokumentarfilms. Heute versucht Zach Cregger mit seinem Resident Evil reboot, der erste nicht schlechte RE-Film zu werden. Er nutzt den Geist der Quelle, lässt aber jahrzehntelange Lore beiseite. Serien wie Fallout, The Last of Us oder Twisted Metal haben diese Strategie erfolgreich angewendet. Im Kino gibt es bisher nur Sonic-Filme für Kinder und ein paar okay Mortal Kombat-Filme.

Warcrafts endlose Lore war für einen Film zu viel. | Universal Pictures

Indie-Produktionen wie Iron Lung zeigen einen anderen Weg. Markiplier wandelte 3 Millionen Dollar in 51 Millionen um. Aber für große Projekte wie Warcraft gibt es keine andere Wahl. Man muss die Tore öffnen und Nicht-Fans einladen. Auch wenn das die „Reinheit“ von Figuren wie Orgrim Doomhammer oder Stargate beeinträchtigt. Warcraft ist auf YouTube zum Mieten verfügbar.

Author bio: Oliver Hawthorne, leitender Korrespondent eines internationalen Technikmagazins, analysiert seit Jahren die Schnittstelle zwischen Gaming und Filmindustrie.