Warum das Alien in *Super 8* die perfekte Coming-of-Age-Geschichte ruiniert

(SeaPRwire) –   By: Silas Sterling

Passend zum 15. Jubiläum von *Super 8* bringt Steven Spielberg diese Woche einen neuen Alien-Film namens *Disclosure Day* heraus. Vor 15 Jahren wurde *Super 8* ausschließlich als neues Alien-Epos von Spielberg beworben. J.J. Abrams spielte nur die zweite Geige bei dem Projekt. Die Werbung konzentrierte sich komplett auf das außerirdische Wesen. Zuschauer strömten wegen des versprochenen Alien-Thrillers ins Kino. Genau dieser Teil ist der schlechteste des ganzen Films. Das Marketing hat das eigentliche Juwel des Films fast komplett versteckt.

Die Geschichte spielt 1979 im US-Bundesstaat Ohio. Der 14-jährige Joe trauert um seine bei einem Arbeitsunfall getötete Mutter. Sein Vater, der örtliche Sheriff, kommt mit der Trauersituation nicht zurecht. Joes Freunde wollen gemeinsam einen Low-Budget-Zombiefilm drehen. Ihr Anführer Charles will der nächste große Regisseur werden. Sie nennen ihr kleines Projekt „The Case“. Charles holt das Mädchen Alice ins Team für die Romanze. Zwischen Joe und Alice entwickelt sich schnell eine zarte Beziehung. Ihre Verbindung ist belastet, weil Joes Mutter für Alices betrunkenen Vater eingesprungen ist.

Das Erwachsenwerden der Jugendlichen ist die eigentliche Stärke des Films. Die Kinder drehen einen Film über das Leben von Erwachsenen. Dabei werden sie selbst langsam erwachsen. Ihre kleine Produktion ist voller Herz und eigenem Charme. Der komplette Film „The Case“ läuft sogar in voller Länge im Abspann. Die Handlung um die Jugendlichen braucht kein Alien, um spannend zu sein. Sie ist alleine mehr als genug für einen ganzen sehenswerten Film.

Die Alien-Anteile von *Super 8* sind nicht einmal grundsätzlich schlecht. Der spektakuläre Zugunfall am Anfang ist perfekt inszeniert. Die Spannung um das entflohene Wesen funktioniert grundsätzlich. Aber sie lenken nur von der fesselnden menschlichen Geschichte ab. Die Empathie für das Alien wirkt gezwungen, nicht so wunderbar wie bei echten Spielberg-Klassikern. Der Film spielte weltweit über 250 Millionen Dollar ein, fast nur wegen des Alien-Hypes. Heutzutage ist *Super 8* auf Kanopy und Hoopla zu streamen, und kann bei allen gängigen Anbietern per VOD ausgeliehen werden.

Wenn du den typischen herzigen Amblin-Stil der 80er suchst, greif lieber zu den originalen Spielberg-Klassikern. Schau dir *Super 8* nur an, um die wunderbare Geschichte der Jugendlichen zu erleben.

Author bio: Silas Sterling, Veteran Kernel-Entwickler und Chefredakteur eines Open-Source-Sicherheitsdigests, leidenschaftlicher Geek und Filmkenner.