Der Oberste Gerichtshof Chiles ordnet eine erweiterte Sperrung von Glücksspiel-Spiegelseiten an

Der Oberste Gerichtshof von Chile hat entschieden, dass Telekommunikationsanbieter den Zugang nicht nur zu den primären Glücksspiel-Websites, sondern auch zu deren sekundären Seiten verhindern müssen. Dieses Urteil stärkt die Bemühungen der Regierung erheblich, illegales Online-Glücksspiel in Chile zu unterbinden.

Zuvor hatte ein Urteil des Berufungsgerichts von Santiago festgestellt, dass die Telekommunikationsunternehmen ihren Verpflichtungen nachgekommen seien. Das Berufungsgericht kam zu dem Schluss, dass die Telekommunikationsunternehmen den Zugang zu den primären Domains der Glücksspielanbieter erfolgreich gesperrt hatten.

Der Fall selbst ergab sich aus einer Klage, mit der große Telekommunikationsunternehmen wie Claro, Entel, GTD, Movistar, WOM und VTR gezwungen werden sollten, den Zugang zu den Glücksspiel-Websites zu verbieten, die derzeit in Chile illegal sind.

Während die Telekommunikationsunternehmen die Anordnungen zum Verbot des Zugangs zu den primären URLs befolgten, machten die Unternehmen geltend, dass die Sperrung des Zugangs zu den sekundären Websites technisch anspruchsvoll sei und das Potenzial für unbeabsichtigte Störungen anderer Internetdienste berge. Das Berufungsgericht schloss sich diesem Argument an, bestätigte die Entscheidung des Berufungsgerichts, die Anordnungen nur gegen die primären Domains zu vollstrecken, und schloss den Fall ab.

Der Oberste Gerichtshof stimmte der Begründung des Berufungsgerichts nicht zu. Der Oberste Gerichtshof stellte fest, dass die Vollstreckung der vorangegangenen Urteile nicht ausreichend erfolgt war, was aufgrund einer unvollständigen Umsetzung der ursprünglichen Anordnungen zu einer anhaltenden Verfügbarkeit nicht autorisierter Glücksspielaktivitäten führte.

Darüber hinaus wies der Oberste Gerichtshof auf einen weiteren Fehler im Urteil des Berufungsgerichts hin; das untere Gericht entschied, dass die Durchsetzung der Anordnungen undurchführbar sei, während es gleichzeitig signalisierte, dass die Angelegenheit abgeschlossen und erledigt sei.

In einem bemerkenswerten Schritt gab der Oberste Gerichtshof einer Beschwerde gegen die Berufungsrichter statt und führte „schwerwiegendes Verschulden oder Missbrauch“ bei der Bearbeitung des Falls an. Dies unterstreicht die strikte Haltung des Gerichts zur Gewährleistung einer wirksamen Durchsetzung in Angelegenheiten, die nicht autorisierte digitale Aktivitäten betreffen.

Der Fall wurde nun zur erneuten Prüfung an das Berufungsgericht zurückverwiesen, mit der ausdrücklichen Anweisung, die vollständige Einhaltung der Sperrmaßnahmen sicherzustellen.

Nach der überarbeiteten Auslegung sind Telekommunikationsunternehmen nun verpflichtet:

  • Spiegel- und alternative Domains, die von Glücksspielplattformen genutzt werden, zu identifizieren und zu sperren
  • Sicherzustellen, dass die Beschränkungen über die primären URLs hinausgehen
  • Umfassendere technische Maßnahmen zur Verhinderung von Umgehungen zu implementieren
  • Weitergehende Auswirkungen

Durch die Anordnung der Sperrung sowohl primärer als auch gespiegelter Glücksspiel-Websites hat der Oberste Gerichtshof von Chile einen neuen Präzedenzfall für die digitale Durchsetzung geschaffen. Die Entscheidung spiegelt einen Wandel hin zu einer strengeren Aufsicht wider und signalisiert, dass eine teilweise Einhaltung nicht mehr ausreicht, um gegen nicht autorisiertes Online-Glücksspiel vorzugehen.